Besonderheiten

Eisenbahnkrippe

Dieses Werk, aus Holz geschnitzt, ist mit Wasserfarbe bemalt. Geschaffen für die benachbarte Eisenbahnausstellung, stellt es die heilige Familie dar, die nach einer Bombenexplosion in einem Eisenbahnwagen Schutz sucht. Zahlreiche Symbole zeugen vom Glauben des Künstlers:

  • Die Weintraube und das Brot: Metapher für die Hostie und den Wein der Eucharistie
  • Das Alpha und das Omega, die auf der Osterkerze zu sehen sind: der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets, die auf den Anfang und das Ende der Dinge hinweisen
  • Der Epiphanias-Stern
  • Jonas und das Seeungeheuer

Norbert ROTH, Tirol (Österreich)

Krippe in einer Windmühle (1990)

Die Windmühlentechnik ist während der Kreuzzüge im Orient entdeckt worden. In Europa wird sie Ende des XIII. Jahrhunderts bekannt. In dieser Krippe finden Jesus, Maria und Joseph mitten im Mühlenhügel Unterschlupf. Ein symbolischer Ort, denn der Name der Stadt Bethlehem soll Haus des Brotes bedeuten. Es lässt sich leicht eine Verbindung herstellen zwischen dem Korn (Frucht der Getreide, die zu Brot verarbeitet wird), der Hostie (dem Körper Christi) und Jesus (dem Brot der Welt).

Windmühle, gefertigt in der Krippenschule, Hintergrunddekor gemalt von Geissendorf
Figuren und Gewänder aus dem Atelier LANG in Oberammergau (D)  

Warum in die Ferne schweifen, um Gott zu suchen? Er ist uns doch so nah! Goethe (2001)

Diese Krippe wurde aus zusammengefügten und bemalten Steinen von der Ostsee gestaltet. Sie stellt eine wenig verbreitete Skulpturtechnik dar: die Verbindung von Elementen. Die Steine sind hier der Ausgangspunkt für die Gestaltung von kleinen lachenden Figuren, die sehr gut die franziskanische Ideologie der Krippe zum Ausdruck bringen.

Bruder Leo KOHORST, OFM, Hamburg (D)

Maschinelle Krippe aus Ligurien (1989)

Holzfiguren mit gelenkigen Gliedern und Figuren aus Modelliermasse, hergestellt durch Abformung von alten Modellen, Verstärkung mit Eisendraht, verschiedene Stoffe. Inspiration durch die genuesische Tradition.

Verschiedene Mechanismen beleben die Krippe: Die Schmiede und den Schmied, den Maronenhändler, den Esel, den Scherenschleifer, die Frau, die in einem Kupferkessel Polenta kocht (Zubereitung einer Maismehlspeise) sowie die Frau beim Kaffeemahlen. Zwei Wasserfälle vervollständigen die Szenographie und treiben das Rad der Kornmühle an.

 

Kerze der Geburt Christi

In der christlichen Tradition ist Wachs oft für religiöse Bilder benutzt worden. Der Docht an der Spitze der Kerze hat einen beträchtlichen Symbolgehalt, denn er weist auf Christus hin (Licht der Welt), auf den Stern (Führer in der Nacht) und auf Gott (nicht fassbare Anwesenheit).

Schöpfer unbekannt.

Krippe im Einbaum (1980er Jahre)

Christi Geburt, geschnitzt aus einem Ebenholzstamm. Dieses Werk von außerordentlicher technischer Virtuosität ist ein Beispiel für die moderne afrikanische Kunst. Es ist in einem einzigen Block geschnitzt, mit Ausnahme der Flügel der Engel. Der Schöpfer verbindet hier traditionelle Makonde-Kunst mit einem zentralen Thema der christlichen Religion. Der Einbaum, ein organisches Ensemble, nimmt die Geburt des Christus unter den wohlwollenden Blicken der Hirten auf. Das ist eine neue und originelle Sicht der Geburt Christi, denn die Heilige Familie ist "versteckt" in einem Boot, das mit unbekanntem Ziel ablegt.

Makonde-Künstler, Tansania

 

Heilige Familie aus Gips (1903)

Dies ist ein besonderes Werk, denn es liefert eine Vielzahl von Details über den Beruf von Joseph. Wir wissen es alle, er war Zimmermann. Dabei ist zu beachten, dass der hebräische Begriff auch mit Architekt übersetzt werden kann. Man kann in Joseph den Vater sehen, der sein Haus baut und sein Familie beschützt. Hier wird er an seiner Werkbank dargestellt, mit seinem Winkelmaß, seinen Sägen und seinem Hobel. Das Kreuz scheint das Ergebnis seiner Arbeit zu sein und lässt die kommende Kreuzigung vorausahnen.

Schöpfer unbekannt (Prägestempel GWDSL)

Geburt Christi aus Rosenholz

Joseph wird hier als Beschützer seiner Familie dargestellt.

Philippinen

Moderne Krippe (1964)

Die 3 Figuren sind aus glasierter Keramik und haben einen geometrischen Charakter, wie er für die sechziger Jahre charakteristisch war.

Diese Komposition ist ein harmonisches Beispiel für die Erneuerung der religiösen Kunst. Das Werk kann auf zwei verschiedene Arten ausgestellt werden, entweder als Krippe, indem man das Kind in die Futterkrippe legt, oder als Heilige Familie, indem man es in die Arme von Maria legt.

Frau RONCARATI, Lüttich (B)
Depot der Pfarrgemeinde Saint Vincent, Ans (B)

Außenkrippe auf dem Marktplatz von Turnhout (1989)

Diese Tradition, in der Provinz Anvers Krippen in natürlicher Größe aufzustellen, geht auf das Jahr 1957 zurück. Das Komitee baut die Krippe jedes Jahr auf der Grand-Place von Brüssel auf.

Der Kempener Stall besteht aus wiedergewonnenen Materialien von alten zerfallenen Bauernhöfen (Eichenbalken, Mauersteine, Dachziegel …) und der Dekor wird ergänzt durch zahlreiche alte Zubehörteile und landwirtschaftliche Werkzeuge.

Andreas und Beatrice DEMETZ, Südtirol

 

Gloria der Engel (1999)

"Jerusalem, lasse dein Licht leuchten!  Dein Licht ist uns erschienen."

Die Engel und Jesus sind aus Fayence im Sinne der Techniken der DELLA ROBBIA, Künstler der florentinischen Renaissance.

Das symbolische Gewicht des Kometen verkündet der Welt das Kommen des Retters. Er verbindet die Erde, den Himmel und weist den Weg, der zur Seligkeit führt. Die Eucharistie, dargestellt durch die Allegorie des Brotes und des Weins, ist ein Mittel, um dahinzugelangen.

Der Stern stellt das himmlische Jerusalem dar. Jedes Engelchen ist ein Bote zwischen Gott und dem Menschen, der die Etappe einer Einweihungsreise bis zur Erlösung symbolisiert.

Komposition von Michel Vincent, Lüttich (B), nach seinem Entwurf während des Krippenwettbewerbs 1999 im Museum Ars Krippana.

Stern aus vergoldetem Holz, 270 X 75 cm, Heinz HAAS, Prüm (D), 1999.

Weihnachtsnacht in Stavelot (1999-2000)

Die Szene der Geburt Christi ist in einer Fachwerkscheune untergebracht, die sich zur Rue Haute in Stavelot öffnet. Die Figurengruppe trägt typische Trachten aus den Ardennen und der Eifel.

Das Kind, das vor der Jungfrau sitzt, bietet einen “Cougnou” an: einen Weihnachtskuchen aus weißem Mehl, der von Hand geknetet wird und die gleiche Form wie das gewickelte Neugeborene hat. Das war das einzige Geschenk, das die Kinder am Weihnachtsabend bekamen.

Figuren aus bemalter Terrakotta, von Hand geformt, und regionaler Hintergrunddekor, inspiriert von einem Viertel mit Holzhäusern in Stavelot, Michel VINCENT, Lüttich (B), mit Unterstützung durch Toni DANIEL, Losheim (D).

 

Sandsteinkrippe

In den Niederlanden ist der Krippenbrauch erst sehr spät aufgekommen. Szenen der Geburt Christi, Goldschmiedarbeiten, sind seit dem Ausgang des Mittelalters bekannt, aber sie werden von den Protestanten zerstört. Der zuweilen geduldete, zuweilen heimlich praktizierte katholische Kult wird offiziell erst nach 1853 wieder zugelassen.

Das hier gezeigte Ensemble ist von moderner Konzeption: Es vereint die beiden populärsten Themen der Heiligen Geschichte, die Geburt Christi und die Passion: Das Jesuskind (inspiriert von der Ikone und bestimmten mittelalterlichen Darstellungen) ist in Windeln gewickelt und ruht in einem Sarkophag. Maria trägt ein Kreuz um den Hals, Joseph hat Hammer und Nägel in seinen Gürtel gesteckt, die auf die Kreuzigung hinweisen, und der kniende Weise trägt eine Dornenkrone.

Figuren, Gruppen und Gegenstände, aus Sandstein-Terrakotta, von Hand geformt (über 1100°C) von

Annemie KONINGS, Scheveningen (NL).

Zoologische Krippe (1990)

Schon im alten Testament wurden die Tiere benutzt, um einen fundamentalen Begriff der messianischen Epoche deutlich zu machen: den Begriff des Friedens. Sie können hier 3 Figuren und 65 Stofftiere bewundern.

Dieser Zoo erinnert an das Paradies auf Erden, wo die Menschen und die Tiere in Harmonie zusammenleben. Im Hintergrund kann man die Arche Noah sehen, die die Rettung von Mensch und Tier symbolisiert, sowie den Regenbogen, der das Symbol des Friedens ist.

Dekor ausgeführt von den Krippenfreunden der Ardennen und der Eifel

Der Chor der Engel (Gegenwart)

Ensemble aus Ostseesteinen, die zusammengefügt und bemalt wurden. Verschiedene Mineralien.

Bruder Leo Korhorst, Hamburg (D).

Krippe im Schnee aus der Eifel (1992)

Dieser Typ regionaler Bauten ist noch ziemlich neu, denn er ist erst mit dem belgischen Verein der Krippenfreunde zu Krippana gelangt. Wie in den Werken von Brueghel, findet man das Modell der zerfallenen Scheunen aus Flandern hier wieder.

Figuren in Kostümen und Tiere aus bemaltem Holz, Firma LANG (D).

Gebäude und Landschaft: Belgischer Verein der Krippenfreunde unter der Leitung von Karl-Heinz HALMES, Hergersberg

Krippen aus Baumstümpfen

Kombination eines regionalen Dekors, der nur aus in der Natur gesammelten Elementen besteht, und aus Figuren, die vor gut anderthalb Jahrhunderten von den Figuristen der Region Lucca in der Toskana importiert wurden. Das Figurenensemble ist komplett, was relativ selten vorkommt. Die Inschrift auf Niederländisch auf dem suchenden Engel verrrät deutlich das Entgegenkommen der Schöpfer, die nach der Wiederzulassung der katholischen Kirche in den Niederlanden 1853 einen bedeutende Auftrag erhalten haben.

Dekor aus Eichenstümpfen, Heinz HAAS, Prüm (D) und Michel VINCENT, Lüttich (B). (2004)

Figuren und Tiere aus Gips, mit Ölfarbe bemalt, Modelle toskanischen Ursprungs aus niederländischer Fertigung, Werkstatt unbekannt. (Mitte des XX. Jahrhunderts)

 

Krippengebirge: "Das ist er!" (1939)

Werk in einem Stück, aus natürlichem Gips, Figuren und Tiere geformt mit Einmal-Formen, Dekor direkt aus Gips gearbeitet, auf Gestell aus Holz und Juteleinwand.

Georg METZEN (1898-1943): Talentierter Bildhauer, ausgebildet in den Schönen Künsten in Trier, hat er die Lektion von Auguste Rodin nicht vergessen. Seine Figuren sind nicht immer das genaue Abbild der Realität. Ihre Proportionen erhalten sie nach dem Goldenen Schnitt. Die allgemeinen Linien sind äußerst klar und schaffen Harmonie. Die Kleidungen sind einfach gestaltet, um die Details zu betonen sowie den Ausdruck der Gesichter und der Hände. Dieser mystische Künstler hat seinen Glauben in seine Schöpfungen übertragen. Zwischen Klassizismus und Modernität, gehört er zu den innovativen Künstlern, die zur Erneuerung der christlichen Kunst in der ersten Hälfte des XX. Jahrhunderts beigetragen haben.

Georg METZEN, Spangdahlem (D)

Kastlunger Krippe

Geboren wurde Harald Kastlunger am 4. Oktober 1937. In der ehemaligen Bischofsstadt Brixen besuchte er die Schule. Eine Ausbildung erhielt er bei den Augustiner Chorherren in Neustift bei Brixen. Dort widmete er sich eine Zeit lang der Kirchenmusik, spiele Cello und Violine. In Kufstein absolvierte er eine Konditorlehre; die Meisterprüfung legte Kastlunger in Basel ab. In den Jahren 1962 bis 1974 unterrichtete er vor allem praktische Fächer an der Berufsschule und Mittelschule in Brixen. 1974 übernahm er den elterlichen Betrieb im Pfaundlerhaus am Brixner Pfarrplatz, ein Café mit Konditorei. Im Jahr 1989 ging eine 131 Jahre alte Tradition: Kastlungers Café und Konditorei zu Ende. Harald Kastlunger verabschiedete sich vom bürgerlichen Beruf und widmete sich seitdem ausschließlich der Kunst: der Malerei und der Plastik. Er führte ein Leben zwischen Idee und Realität, ist permanent auf der Suche nach jener Leidenschaft im Menschen, die ihn von Geburt an treibt und über die er erst zum eigentlichen glücklichen zustand findet. Harald Kastlunger ist ein Gigant der Phantasie, in seinem künstlerischen Schaffen genauso wie in seiner überzeugten Lebenshaltung.

Meine Weihnachtskrippe: Ich glaube, Weihnachten, das Fest des Friedens und der inneren Ruhe, sollte nicht bloß „atmosphärisch“ erlebt werden. Auch das Auge, optische „Antenne“ und „Periskop“ der Seele, sollte voll auf seine Rechnung kommen, um dieses Wunder der Geburt Christi überhaupt aufnehmen und verinnerlichen zu können.

So bemühe ich mich, in meinen Figuren – jenseits bisherigen Klischees, gängiger Schablone, bis hin zum probaten Kitsch – die genuine Einfachheit, den „archaischen Akzent“ tieferer Bewusstwerdung wahrer Natur und kreatürlicher Existenz zu verkörpern. Die Sprache der Hände und Bewegungen sollen ein volles Miterleben ausdrücken und dem Beschauer staunende Faszination und wahre Größe des Wunders vermitteln.